Ginkgo
Ginkgo biloba, auch Fächerblattbaum oder Maidenhair Tree genannt, ist ein einzigartiges botanisches Relikt:
- Alter & Herkunft: Fossile Funde belegen, dass die Ginkgo‑Familie seit über 200–270 Millionen Jahren existiert. Der Baum stammt ursprünglich aus China und wird dort seit Jahrhunderten nahe Tempeln kultiviert. Einzelne Exemplare können über 1.000 Jahre alt werden.
- Besonderheit: Ginkgo ist der einzige überlebende Vertreter der Ordnung Ginkgoales und wird daher oft als „lebendes Fossil“ bezeichnet. Seine Widerstandskraft ist legendär – selbst nach der Atombombenexplosion in Hiroshima trieben Ginkgo‑Bäume im Folgejahr wieder aus.
- Traditionelle Nutzung: In der chinesischen Medizin wurden ursprünglich die Samen verwendet, etwa gegen Atemwegserkrankungen. Die Nutzung der Blätter begann erst im 20. Jahrhundert durch europäische Forscher.
- Wirkstoffe: Die Blätter enthalten Flavonoid‑Glykoside und Terpenlactone (z. B. Ginkgolide, Bilobalid), die antioxidativ wirken und die Durchblutung fördern.
- Gesundheitliche Wirkung:
- Gedächtnis & Konzentration: Studien zeigen teils positive Effekte auf kognitive Funktionen, besonders bei älteren Menschen oder Demenzpatienten.
- Durchblutung: Ginkgo kann die Mikrozirkulation verbessern, etwa bei Durchblutungsstörungen in den Beinen.
- Weitere Anwendungen: Untersucht wird Ginkgo auch bei Tinnitus, Angstzuständen und Makuladegeneration.
- Einschränkungen: Die Ergebnisse sind nicht einheitlich – große Studien fanden keine signifikante Wirkung bei gesunden älteren Erwachsenen. Zudem kann Ginkgo die Blutgerinnung beeinflussen, weshalb Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von Blutverdünnern geboten ist.
