
Leuchtend blaue Blüten, eine tropische Kletterpflanze und ein Aufguss, der seine Farbe verändern kann: Clitoria ternatea ist eine außergewöhnliche Pflanze, die in den letzten Jahren auch außerhalb ihrer ursprünglichen Heimat immer bekannter geworden ist. Ihre intensiv blauen Blüten machen sie zu einer besonderen Erscheinung – und verleihen ihr gleichzeitig ihren wohl bekanntesten Namen: Schmetterlingserbse oder auf Englisch Butterfly Pea.
Aus den getrockneten Blüten lässt sich ein tiefblauer Aufguss zubereiten, der mit etwas Zitronensaft oder einer anderen säurehaltigen Zutat seine Farbe von Blau über Violett bis hin zu einem rötlichen Ton verändern kann. Doch Clitoria ternatea ist weit mehr als eine außergewöhnliche Zutat für ein farbenfrohes Getränk.
Die Pflanze wird traditionell verwendet, dient als natürlicher Farbstoff und ist in ihrer tropischen Heimat seit langer Zeit Teil verschiedener kultureller und kulinarischer Traditionen. Auch botanisch ist sie interessant: Ihre auffälligen Blüten gehören zu einer Pflanze, die zur Familie der Hülsenfrüchtler zählt und sich unter warmen Bedingungen als kräftige Kletterpflanze entwickeln kann.
Was ist Clitoria ternatea?
Clitoria ternatea ist eine tropische Kletterpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Im Deutschen ist sie unter verschiedenen Namen bekannt, darunter Schmetterlingserbse, Blaue Klitorie oder Schamblume. International findet man häufig die Bezeichnungen Butterfly Pea oder Blue Pea.
Besonders charakteristisch sind die großen, auffällig gefärbten Blüten. Je nach Sorte können sie in unterschiedlichen Farbtönen erscheinen, am bekanntesten ist jedoch das intensive Blau. Genau diese Blüten werden traditionell getrocknet und für Aufgüsse verwendet.
Botanisch betrachtet handelt es sich um eine mehrjährige Pflanze, die in warmen, tropischen Regionen wächst. Sie kann sich mit ihren Ranken an geeigneten Stützen emporarbeiten und bildet dabei ein dichtes, grünes Blattwerk.
Der botanische Name Clitoria ternatea geht auf die Form der Blüte zurück. Der zweite Teil des Namens, „ternatea“, verweist auf die indonesische Insel Ternate, die zu den Molukken gehört.
Woher stammt die Schmetterlingserbse?
Die ursprüngliche Heimat von Clitoria ternatea wird in den tropischen Regionen Asiens vermutet. Heute ist die Pflanze in vielen warmen Teilen der Welt verbreitet und wird unter anderem in Südostasien, Afrika, Australien sowie in tropischen Regionen Amerikas kultiviert.
Sie bevorzugt ein warmes Klima und ausreichend Feuchtigkeit. Unter diesen Bedingungen wächst die Schmetterlingserbse vergleichsweise schnell und kann sich mit ihren langen Trieben an Rankhilfen emporwinden.
In verschiedenen Regionen Südostasiens gehört die Pflanze seit langer Zeit zur traditionellen Pflanzenwelt. Ihre Blüten werden dort unter anderem für Getränke und Speisen genutzt. Besonders bekannt ist ihre Verwendung als natürlicher Farbstoff.
Wie sieht Clitoria ternatea aus?
Auf den ersten Blick fällt vor allem die Blüte ins Auge. Die kräftige blaue Farbe macht Clitoria ternatea unverwechselbar und hat ihr den Namen Butterfly Pea, also Schmetterlingserbse, eingebracht.
Die Pflanze selbst wächst als rankende oder kletternde Staude. Ihre dünnen Triebe können sich an anderen Pflanzen oder an Rankhilfen entlangbewegen. Die Blätter sind grün und bestehen aus mehreren einzelnen Blättchen.
Nach der Blüte können sich längliche Hülsenfrüchte entwickeln, die an Erbsenschoten erinnern. Darin befinden sich die Samen der Pflanze.
Für die Nutzung als Tee oder Aufguss werden vor allem die getrockneten Blüten verwendet. Sie behalten dabei einen großen Teil ihrer charakteristischen Farbe und geben diese beim Aufgießen an das Wasser ab.
Warum ist die Blüte so intensiv blau?
Die auffällige Farbe der Clitoria-ternatea-Blüten ist auf natürliche Pflanzenfarbstoffe zurückzuführen. Eine wichtige Rolle spielen dabei Anthocyane, eine Gruppe wasserlöslicher Pflanzenfarbstoffe.
Bei Clitoria ternatea sind insbesondere sogenannte Ternatine von Interesse. Dabei handelt es sich um komplexe, blau gefärbte Anthocyanverbindungen, die in den Blüten vorkommen.
Diese natürlichen Farbstoffe sind auch der Grund dafür, dass die getrockneten Blüten beim Aufgießen eine so intensive blaue Farbe an das Wasser abgeben.
Die Farbe ist dabei nicht nur optisch faszinierend. Sie macht die Schmetterlingserbse auch als natürlichen Farbstoff für verschiedene kulinarische Anwendungen interessant.

Warum wird blauer Tee mit Zitrone violett?
Einer der faszinierendsten Aspekte von Clitoria ternatea ist das Farbspiel ihres Aufgusses.
Wird der tiefblaue Aufguss mit Zitronensaft oder einer anderen säurehaltigen Zutat vermischt, kann sich die Farbe sichtbar verändern. Aus Blau wird Violett, je nach Säuregehalt können auch rötlichere Farbtöne entstehen.
Der Grund dafür liegt in den enthaltenen Anthocyanen. Diese Pflanzenfarbstoffe können abhängig vom pH-Wert ihre Farbe verändern.
Das bedeutet: Je saurer die Flüssigkeit wird, desto stärker verschiebt sich die sichtbare Farbe des Aufgusses.
Genau deshalb eignet sich Clitoria ternatea besonders gut für kreative Getränke. Schon ein Spritzer Zitronensaft kann aus einem tiefblauen Getränk einen violett schimmernden Aufguss machen.
Das Farbspiel ist dabei ein natürlicher Vorgang und kein künstlicher Farbstoffeffekt.
Wie schmeckt Clitoria ternatea?
So auffällig die Farbe ist, so zurückhaltend ist der Geschmack.
Der Aufguss aus den getrockneten Blüten wird häufig als mild, dezent und leicht blumig beschrieben. Im Vergleich zu vielen klassischen Kräutertees besitzt Clitoria ternatea kein besonders kräftiges oder herbes Aroma.
Dadurch lässt sich der Aufguss vielseitig kombinieren. Besonders beliebt ist die Verbindung mit Zitrone oder Limette, die nicht nur geschmacklich für Frische sorgt, sondern gleichzeitig das charakteristische Farbspiel hervorruft.
Auch kalt kann der blaue Aufguss eine interessante Grundlage für sommerliche Getränke sein.
Wie wird Clitoria ternatea als Tee zubereitet?
Für einen klassischen Aufguss werden die getrockneten Blüten mit heißem Wasser übergossen.
Je nach gewünschter Intensität kann die Menge der Blüten und die Ziehzeit angepasst werden. Schon nach kurzer Zeit färbt sich das Wasser deutlich blau. Wer einen kräftigeren Farbton bevorzugt, kann den Aufguss etwas länger ziehen lassen.
Besonders schön lässt sich der Tee pur genießen, denn dann kommt seine intensive blaue Farbe am besten zur Geltung.
Für ein besonderes Farbspiel kann anschließend etwas Zitronen- oder Limettensaft hinzugegeben werden. Der Aufguss verändert dadurch seine Farbe und wird je nach Säuregehalt violett bis rötlich.
Auch als kalter Aufguss ist Clitoria ternatea interessant. Dafür kann der Tee zunächst heiß zubereitet und anschließend abgekühlt werden. Alternativ lässt sich ein Cold Brew herstellen, bei dem die Blüten über einen längeren Zeitraum in kaltem Wasser ziehen.
Die genaue Zubereitung und die Besonderheiten von Clitoria-ternatea-Tee als Getränk werden auf unserer separaten Seite ausführlicher behandelt.
Clitoria ternatea als natürlicher Farbstoff
Die intensive blaue Farbe der Blüten macht Clitoria ternatea auch außerhalb der Teetasse interessant.
In verschiedenen südostasiatischen Küchen werden die Blüten traditionell genutzt, um Speisen und Getränke auf natürliche Weise zu färben. Besonders bekannt ist beispielsweise die Verwendung für Reisgerichte, Desserts und Getränke.
Dabei kann bereits eine kleine Menge der Blüten für eine deutliche Färbung sorgen.
Interessant ist auch hier die Reaktion auf Säure: Wird die blaue Färbung mit säurehaltigen Zutaten kombiniert, können sich andere Farbtöne entwickeln.
So lässt sich mit Clitoria ternatea auf natürliche Weise ein faszinierendes Farbspiel erzeugen – ganz ohne künstliche Lebensmittelfarben.

Clitoria ternatea in Küche und Alltag
Die Verwendung der Schmetterlingserbse beschränkt sich nicht ausschließlich auf Tee.
Traditionell werden die Blüten in verschiedenen Regionen für unterschiedliche kulinarische Zwecke eingesetzt. Sie können zum Färben von Reis, Getränken oder Süßspeisen verwendet werden und verleihen diesen eine intensive blaue bis violette Farbe.
Auch in modernen Rezepten findet sich Clitoria ternatea zunehmend wieder. Besonders beliebt sind farbenfrohe Eistees, Limonaden, Desserts und kreative Getränke.
Die Blüten lassen sich außerdem mit anderen Zutaten kombinieren, wodurch nicht nur neue Geschmackskombinationen, sondern auch interessante Farbverläufe entstehen können.
Damit verbindet Clitoria ternatea etwas, das nur wenige Pflanzen in dieser Form bieten: eine auffällige natürliche Farbe und gleichzeitig eine vielseitige Verwendung in der Küche.
Clitoria ternatea in der traditionellen Pflanzenkunde
Clitoria ternatea wird in verschiedenen Regionen Asiens seit langer Zeit traditionell genutzt. Besonders in der traditionellen Pflanzenkunde Südostasiens und im Ayurveda ist die Pflanze bekannt.
Dabei wurden unterschiedliche Pflanzenteile traditionell verwendet. Die Blüten, Blätter, Wurzeln und Samen finden sich in historischen und traditionellen Anwendungen wieder.
Heute wird Clitoria ternatea vor allem wegen ihrer besonderen Blüten und ihrer vielseitigen Nutzung als Aufguss und natürlicher Farbstoff geschätzt.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen traditioneller Verwendung und wissenschaftlich nachgewiesener Wirkung. Traditionelle Anwendungen können interessante Hinweise auf die Geschichte einer Pflanze geben, ersetzen jedoch keine wissenschaftliche Bewertung.
Welche Inhaltsstoffe enthält die Schmetterlingserbse?
Die Blüten von Clitoria ternatea enthalten verschiedene natürliche Pflanzenstoffe. Besonders bekannt sind die bereits erwähnten Anthocyane und Ternatine, die maßgeblich für die intensive blaue Färbung verantwortlich sind.
Darüber hinaus enthält die Pflanze weitere pflanzliche Verbindungen, deren Zusammensetzung je nach Pflanzenteil und Untersuchungsmethode unterschiedlich ausfallen kann.
Für die besondere Bedeutung der Blüten als natürlicher Farbstoff sind vor allem die blauen Anthocyanverbindungen interessant.
Wenn du dich näher mit einzelnen pflanzlichen Inhaltsstoffen und ihren Eigenschaften beschäftigen möchtest, findest du dazu weitere Informationen in unserem Tee-Lexikon.
Was sagt die Forschung über Clitoria ternatea?
Clitoria ternatea ist inzwischen auch Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Dabei werden verschiedene Bestandteile der Pflanze und ihre möglichen Eigenschaften erforscht.
Ein besonderes Interesse gilt den Anthocyanen und anderen bioaktiven Pflanzenstoffen. Auch Untersuchungen zu möglichen antioxidativen Eigenschaften und weiteren biologischen Aktivitäten wurden durchgeführt.
Allerdings stammen viele Erkenntnisse aus Labor- oder Tierstudien. Daraus lässt sich nicht automatisch ableiten, dass ein Tee oder Aufguss beim Menschen eine bestimmte gesundheitliche Wirkung hat.
Deshalb sollte Clitoria ternatea nicht als Heilmittel verstanden werden. Die wissenschaftliche Forschung zu der Pflanze ist interessant und entwickelt sich weiter, doch für konkrete gesundheitliche Versprechen ist die Datenlage je nach Fragestellung unterschiedlich.
Was sich dagegen unmittelbar erleben lässt, ist die besondere Farbe und das faszinierende Farbspiel des Aufgusses.
Kann man Clitoria ternatea selbst anbauen?
Unter den richtigen Bedingungen lässt sich Clitoria ternatea auch selbst kultivieren.
Als tropische Pflanze benötigt sie vor allem Wärme, Licht und ausreichend Feuchtigkeit. In warmen Regionen kann sie im Freien wachsen. In kühleren Klimazonen wird sie häufig als Kübelpflanze oder im Gewächshaus kultiviert.
Da die Schmetterlingserbse klettert, benötigt sie eine geeignete Rankhilfe. Bei ausreichend Wärme kann sie kräftig wachsen und mit ihren Ranken schnell größere Bereiche begrünen.
In unseren Breitengraden ist die Pflanze aufgrund ihrer tropischen Herkunft nicht winterhart. Für die Kultur in Deutschland eignet sich daher vor allem ein warmer, geschützter Standort oder eine Haltung im Kübel, der während der kalten Jahreszeit geschützt werden kann.
Wer die Pflanze aus Samen ziehen möchte, sollte ihr möglichst warme Bedingungen bieten. Mit ausreichend Licht und Wärme kann sich aus einem kleinen Samen eine beeindruckende Kletterpflanze entwickeln.
Was macht Clitoria ternatea so besonders?
Es gibt Pflanzen, die durch ihren Duft auffallen. Andere begeistern durch ihre Blüten oder ihre Geschichte.
Clitoria ternatea verbindet gleich mehrere dieser Eigenschaften.
Ihre intensiv blauen Blüten sind bereits für sich genommen außergewöhnlich. Dazu kommt die Möglichkeit, aus ihnen einen farbenprächtigen Aufguss herzustellen, der sich durch die Zugabe von Säure sichtbar verändert.
Aus Blau wird Violett.
Und genau dieses natürliche Farbspiel macht die Schmetterlingserbse zu etwas Besonderem.
Gleichzeitig ist die Pflanze vielseitig: Sie wird traditionell genutzt, kann als natürlicher Farbstoff dienen, findet ihren Platz in der Küche und lässt sich unter geeigneten Bedingungen sogar selbst kultivieren.
Wer sich mit Clitoria ternatea beschäftigt, entdeckt deshalb nicht einfach nur eine ungewöhnliche Teepflanze. Man entdeckt eine tropische Pflanze mit einer langen Geschichte, einer faszinierenden Blüte und einer ganz eigenen Verbindung von Botanik, Tradition und moderner Teekultur.
Fazit:
Eine blaue Blüte mit besonderem Charakter
Clitoria ternatea, die Schmetterlingserbse oder Butterfly Pea, ist eine Pflanze, die man so schnell nicht vergisst.
Ihre leuchtend blauen Blüten, die natürlichen Farbstoffe und das faszinierende Farbspiel ihres Aufgusses machen sie zu einer außergewöhnlichen Pflanze. Gleichzeitig erzählt sie eine Geschichte, die weit über den blauen Tee hinausgeht – von tropischen Regionen und traditionellen Anwendungen bis hin zu moderner Küche und kreativer Getränkekultur.
Ob als botanische Besonderheit, natürlicher Farbstoff oder farbenprächtiger Aufguss: Clitoria ternatea zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig die Welt der Pflanzen sein kann.
Und vielleicht ist genau das ihre größte Besonderheit: Eine kleine blaue Blüte, die aus einem einfachen Aufguss ein faszinierendes Farbenspiel machen kann.
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Die faszinierende blaue Farbe der Schmetterlingserbse lässt sich nicht nur auf Bildern bestaunen. Mit getrockneten Clitoria-ternatea-Blüten kannst du selbst einen intensiv blauen Aufguss zubereiten und das besondere Farbspiel mit Zitrone oder Limette erleben.
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