Schwarzer Tee darf man ihn so nennen?

Ein nicht ganz ernst gemeinter Artikel zum Thema Schwarzer Tee

In letzter Zeit wird immer häufiger über Begriffe gestritten. Dinge verschwinden aus dem Alltag, Wörter werden ersetzt, und manches wirkt plötzlich problematisch, was früher ganz selbstverständlich war. Kruzifixe werden aus Klassenzimmern entfernt, alte Produktnamen verschwinden, Märchen werden umgeschrieben und selbst einfache Grußformeln geraten gelegentlich in die Diskussion.

Da stellt sich die Frage:
Wie ist das eigentlich mit schwarzem Tee?

Ein Getränk mit vielen Gesichtern

Tee ist ein facettenreiches Getränk.
Man kann ihn pur trinken, mit Zitrone, mit Milch, mit Rum oder mit Kluntje. Je nach Stimmungslage ist er Genussmittel, Seelentröster oder schlicht ein Heißgetränk gegen kalte Füße.

Manche behaupten allerdings auch, Tee sei ein typisches Aushilfsgetränk.
Ein Anstaltsgetränk.
Das, was es in Krankenhäusern, Jugendherbergen oder Schullandheimen gibt – dort, wo man vor dieser Brühe nicht fliehen kann.

Und dann wären da noch die Namen:
Viele Teesorten klingen wie Krankheiten, Buchtitel, Automarken oder Sprechübungen beim Logopäden:

Assam Jamgury Golden Blossom Tippy Golden Flowery Orange Pekoe

Man kann dem schwarzen Tee also nicht absprechen, dass er sprachlich schon immer eine Herausforderung war.

Darf man noch „Schwarzer Tee“ sagen?

Doch nun zur eigentlichen Frage:
Darf man schwarzen Tee überhaupt noch schwarzen Tee nennen?

Oder ist das schon problematisch?
Ist das diskriminierend?
Ist das politisch inkorrekt?

Schließlich bezieht sich der Begriff auf eine Farbe.
Und Farben sind bekanntlich ein sensibles Thema.

Müsste man schwarzen Tee also umbenennen?
Vielleicht in:

„dunkel fermentiertes Heißgetränk“
oder
„oxidiertes Blattaufgussprodukt“
oder
„Afroamerikanisches Heißgetränk aus Assam“?

Letzteres klingt zwar modern, aber auch ein wenig sperrig für ein Etikett.

Das Problem mit den Namen

Ganz abwegig wäre eine Umbenennung nicht, denn bei anderen Getränken und Lebensmitteln ist man bereits sehr vorsichtig:

Früchtetee heißt oft nicht mehr Früchtetee, sondern Früchtemischung.
Kräutertee wird zur Kräutermischung.
Heiltee darf nicht mehr Heiltee heißen, weil er ja nichts „heilen“ darf.

Man darf nicht mehr sagen:
„Salbeitee hilft bei Halsschmerzen“,
sondern nur noch:
„Salbeitee wird traditionell verwendet.“

Und trotzdem hilft Voltaren gegen Schmerzen.
Und Aspirin gegen Kopfschmerzen.
Aber das ist natürlich etwas ganz anderes.

Grün geht noch – Schwarz wird schwierig

Grüner Tee hat es leicht.
Es gibt schließlich keinen einzigen Menschen auf der Welt, der grün ist.

Rotbuschtee ist auch aus dem Schneider.
Rot ist zwar eine Farbe, aber offenbar weniger problematisch.

Aber schwarzer Tee?
Der steht farblich am Ende der Palette.
Und vielleicht bald auch am Ende der erlaubten Bezeichnungen.

Man könnte ihn auch nennen:

„dunkel oxidierter Blatttee“
oder
„kräftig fermentierte Camellia-sinensis-Zubereitung“

Aber seien wir ehrlich:
Das klingt eher nach Labor als nach Teeküche.

Verpackungsprobleme der Zukunft

Stellen wir uns vor, der schwarze Tee heißt bald offiziell:

„Afroamerikanisches Heißgetränk aus Assam Rembeng“.

Die Teehändler werden verzweifeln.
Die Etiketten müssten doppelt so groß werden.
Nicht mehr hochkant, sondern quer.
Vielleicht gleich DIN A4.

Und die klassische Teedose?
Viel zu klein für so viel politische Korrektheit.

Fazit

Vielleicht ist das alles gar nicht so ernst gemeint.
Vielleicht darf schwarzer Tee auch weiterhin schwarzer Tee heißen.

Denn eigentlich geht es nicht um Hautfarben, sondern um Blätter.
Um oxidierte Teeblätter.
Um Geschmack.
Um Aroma.
Und um ein Getränk, das seit Jahrhunderten so heißt.

Oder, wie man so schön sagt:

Dubitare aude – wage zu zweifeln.

❓ FAQ-Bereich


Warum heißt schwarzer Tee eigentlich schwarzer Tee?

Schwarzer Tee erhält seinen Namen durch die dunkle Farbe der oxidierten Teeblätter und des Aufgusses. Die Bezeichnung bezieht sich ausschließlich auf die Farbe des Getränks, nicht auf Menschen oder Hautfarben.

Ist der Begriff „schwarzer Tee“ problematisch?

Im sprachlichen und sachlichen Sinn ist „schwarzer Tee“ eine traditionelle und international gebräuchliche Bezeichnung für oxidierten Tee aus der Teepflanze Camellia sinensis. Er beschreibt ein Produkt, keine Personengruppe.

Gibt es Alternativen zur Bezeichnung schwarzer Tee?

Theoretisch könnte man von „oxidiertem Tee“ oder „dunklem Tee“ sprechen. Im Alltag und im Handel ist „schwarzer Tee“ jedoch die klarste und verständlichste Bezeichnung.

Worin unterscheidet sich schwarzer Tee von grünem Tee?

Beide stammen von derselben Pflanze, unterscheiden sich aber durch die Verarbeitung: Schwarzer Tee wird oxidiert, grüner Tee nicht. Dadurch unterscheiden sich Farbe, Geschmack und Aroma deutlich.

Ist schwarzer Tee wirklich schwarz?

Nein, der Aufguss ist meist kupferrot bis dunkelbraun. Der Name bezieht sich auf die Farbe der verarbeiteten Teeblätter, nicht auf die Tassenfarbe.

🛒 Shop:

Hochwertigen Schwarzen Tee gibt es bei Teesorte.com

Links

Ähnliche Beiträge

2 Kommentare

  1. Ich habe selten so eine große Ansammlung rassistischer Begriffe, Klischees und Ideologien auf einem Haufen gesehen, wie in diesem Pamphlet.
    Bitte löschen!

    1. Sehr geehrte Frau Wohlgethan,
      wie Sie richtig erkannt haben, ist es ein Pamphlet, also eine überspitzte Äußerung zu einem Thema. Dies haben wir auch im ersten Satz des Artikels klar formuliert. ZITAT: Ein nicht ganz ernst gemeinter Artikel zum Thema Schwarzer Tee.

      Wenn Sie sich von diesem Artikel angegriffen fühlen und uns sogar auffordern diesen zu löschen, werde ich Ihnen ganz klar sagen, die Freiheit, welche Artikel wir veröffentlichen und behandeln, nehmen wir uns heraus.

      Wir werden in unseren Artikeln nicht Gendern, wir werden uns nichts verbieten lassen und werden ganz klar zu unserer Meinung stehen.

      Wir beleidigen nicht und schreiben keinerlei rassistische Dinge.

      Es sind Fakten, dass das Wort Negerkuss oder auch Mohrenkopf Ende der 70er Jahre diskriminierend geworden sind. Dies kann man sogar im Duden nachlesen. Ferner ist es ebenso korrekt, das Märchen umgeschrieben wurden, um gewaltfrei zu sein. Früchtetee nennt man heute Früchtemischung, weil er ja nicht von der Teepflanze abstammt und so die Bezeichnung Früchtetee zu Verwirrung führen kann. Zu guter Letzt noch das Kreuz im Klassenzimmer. Das verstößt gegen Artikel 4, Absatz 1 des Grundgesetzes.
      Es wird immer Dinge geben die uns nicht gefallen. Warum nicht einfach wegsehen, wenn man eine Frau im Bikini als Duschgelmodell sieht? Oder einen Mann der, mit offenem Hemd, für Baumärkte wirbt? Mal anders damit umgehen, als Klageschriften aufzusetzen? Man hat doch die Wahl was man im Fernsehen sieht, man kann umschalten. Wenn einem ein Artikel nicht gefällt, kann man umblättern oder weiterklicken.
      Sehr gerne dürfen Sie ihre Meinung sagen, aber bitte lassen Sie uns auch die unsere.

      Toleranz ist ein ganz tolles Wort finden wir von Teesorte.
      In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine entspannte Woche.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert