Oolong Feng Huang Dan Cong – mit dem Duft ferner Berge

Oolong Feng Huang Dan Cong wird hier angebaut

Oolong Feng Huang Dan Cong ist ein außergewöhnlich aromatischer Oolong aus Guangdong. Pfirsich, Blüten, Honig und würzige Holznoten entfalten sich in vielen Facetten.

Oolong Feng Huang Dan Cong – der Tee der einzelnen Bäume

Im Süden Chinas, in der Provinz Guangdong unweit des Südchinesischen Meeres, liegt das Gebiet Fenghuang. Zwischen Bergen und alten Teegärten hat sich eine besondere Form der Oolongkultur entwickelt, die bis heute für außergewöhnlich aromatische Tees bekannt ist.

Dan Cong bedeutet sinngemäß „einzelner Baum“. Dahinter steht eine besondere Tradition: Die Blätter stammen von einzelnen, häufig alten Teebäumen, deren ausgeprägter eigener Charakter erhalten bleiben soll. Statt die Ernte unterschiedlicher Bäume beliebig miteinander zu vermischen, wird ihrer individuellen Aromatik besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Man sagt über die hohen Teebäume von Fenghuang, ihre ausladenden Äste würden sich wie ein Regenschirm über den Boden öffnen. Kein Wunder also, dass die Ernte teilweise nur mit Leitern möglich ist.

Die Geschichte dieses Tees reicht weit zurück. Der Feng Huang Dan Cong wird mit der langen Teetradition der Song-Dynastie verbunden und gilt als einer jener chinesischen Tees, deren Ruf weit über seine ursprüngliche Heimat hinausgetragen wurde.

Doch die eigentliche Faszination beginnt erst, wenn die Blätter in die Teekanne kommen.

Ein Oolong mit erstaunlicher Aromenfülle

Der Duft ist würzig, warm und gleichzeitig überraschend fein. In der Tasse zeigt sich ein klarer Aufguss, während sich im Geschmack eine ganze Reihe unterschiedlicher Eindrücke miteinander verbindet.

Zunächst fällt eine zarte Pfirsichnote auf. Dahinter erscheinen florale Anklänge, eine feine Honigsüße und warme Holznuancen. Je nach Aufguss können sich weitere Facetten zeigen – von einer leichten Zitrusfrische über Vanille bis hin zu einer dunkleren, fast lakritzartigen Würze.

Genau diese Wandelbarkeit macht einen guten Dan Cong so faszinierend.

Er schmeckt nicht einfach nur „fruchtig“ oder „blumig“. Vielmehr scheint sich der Charakter während des Trinkens langsam zu verschieben. Ein Schluck wirkt heller und fruchtiger, der nächste wärmer und würziger. Im Hintergrund bleibt eine feine Süße zurück.

Auch optisch ist dieser Oolong ausgesprochen charaktervoll. Die langen, großen Blätter zeigen vor dem Aufguss rötlich-braune und grüne Nuancen. Nach dem Aufgießen entfalten sie sich wieder und zeigen ein faszinierendes Farbspiel zwischen Grün und dunkleren Tönen.

Der Tee wird nur leicht fermentiert beziehungsweise oxidiert. Dadurch bleibt ihm seine aromatische Frische erhalten, während die Verarbeitung gleichzeitig für die Tiefe und Vielschichtigkeit sorgt, die man von einem Dan Cong erwartet.

Feng Huang Dan Cong ist kein Tee, der sich nebenbei trinken lässt.

Er möchte Aufmerksamkeit. Nicht, weil er kompliziert wäre, sondern weil es einfach zu viel zu entdecken gibt, um ihn schnell auszutrinken.

Vielleicht ist genau das seine besondere Stärke: Man muss sich nicht entscheiden, ob man heute lieber etwas Fruchtiges, Blumiges oder Würziges trinken möchte.

Dieser Tee kann von allem ein wenig sein.

Zubereitung des Feng Huang Dan Cong

Bei diesem Oolong lohnt es sich besonders, mit Temperatur, Ziehzeit und mehreren Aufgüssen zu spielen. Denn der Tee verändert seinen Charakter von Aufguss zu Aufguss.

Für eine kleine Kanne oder etwa 200 ml Wasser genügt ungefähr 1 Teelöffel Tee. Für einen Liter können Sie etwa 5 Teelöffel verwenden.

Das Wasser sollte nach dem Aufkochen auf ungefähr 80–90 °C abkühlen. Gerade bei einem hochwertigen Dan Cong ist sehr heißes Wasser nicht unbedingt die beste Wahl, wenn man seine feineren floralen und fruchtigen Nuancen kennenlernen möchte.

Für den ersten Aufguss sind etwa 2–3 Minuten ein guter Ausgangspunkt. Wer einen kräftigeren Geschmack bevorzugt, kann die Ziehzeit bis auf etwa 5 Minuten verlängern.

Mehrere Aufgüsse – unbedingt ausprobieren

Die großen Blätter sind ausgesprochen ergiebig. Nach dem ersten Aufguss müssen sie keinesfalls entsorgt werden.

Beim zweiten Aufguss können Sie die Ziehzeit etwas verkürzen. Häufig treten jetzt andere Nuancen hervor: Die anfängliche Würze kann zurücktreten und Platz für Frucht und Blüten machen.

Auch ein dritter und vierter Aufguss lohnt sich. Beobachten Sie dabei ruhig einmal bewusst, wie sich Duft und Geschmack verändern. Je nach Teemenge und persönlichem Geschmack können Sie die Ziehzeit von Aufguss zu Aufguss anpassen.

Wer den Tee besonders intensiv erkunden möchte, kann sogar noch weitere Aufgüsse versuchen. Wichtig ist dabei weniger eine starre Vorgabe als das eigene Geschmacksempfinden.

Der schönste Teil der Zubereitung ist bei einem Dan Cong schließlich genau das Ausprobieren.

Infobox

  • Teeart: Oolongtee
  • Herkunft: Fenghuang, Guangdong, China
  • Charakter: komplex, aromatisch, weich und würzig
  • Aromen: Pfirsich, Blüten, Honig, Zitrus, Vanille und Holz
  • Oxidation: leicht bis mittel
  • Blatt: groß, lang und kräftig
  • Besonderheit: traditionell mit einzelnen Teebäumen und individuellen Aromaprofilen verbunden
  • Aufgüsse: sehr gut für mehrere Aufgüsse geeignet

Manche Tees schenkt man sich ein. Andere entdeckt man.

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