Warum Kräutertee mit kochendem Wasser aufgießen?

Kräutertee und Früchtetee sollten immer mit sprudelnd kochendem Wasser aufgegossen werden. Das ist keine Geschmackssache, sondern eine wichtige Regel für Hygiene und Sicherheit beim Teegenuss. Nur durch ausreichend hohe Temperaturen lassen sich eventuell vorhandene Keime zuverlässig abtöten.
Gerade bei pflanzlichen Teesorten ist die richtige Zubereitung entscheidend, da sie im Gegensatz zu klassischem Tee wie Grüntee oder Schwarztee keine fermentierenden oder stark erhitzenden Verarbeitungsschritte durchlaufen.
Kräutertee ist ein pflanzliches Lebensmittel
Kräuter- und Früchtetees bestehen aus getrockneten Blättern, Blüten, Wurzeln, Früchten oder Samen. Diese Pflanzenteile wachsen in freier Natur oder im landwirtschaftlichen Anbau und kommen dabei zwangsläufig mit Erde, Luft und Wasser in Kontakt.
Auch bei sorgfältiger Ernte und Trocknung kann es vorkommen, dass sich vereinzelt Mikroorganismen auf dem pflanzlichen Material befinden. Dazu zählen Bakterien, Hefen oder Schimmelsporen. In seltenen Fällen können auch krankheitserregende Keime wie Salmonellen nachgewiesen werden.
Genau aus diesem Grund empfehlen Hersteller und Lebensmittelbehörden, Kräuter- und Früchtetees immer mit kochendem Wasser zuzubereiten.
Warum heißes Leitungswasser nicht ausreicht
Viele Teetrinker verwenden lediglich sehr heißes Wasser aus der Leitung oder aus dem Warmwassersystem. Für Kräuter- und Früchtetee ist das jedoch nicht ausreichend.
„Sprudelnd kochend“ bedeutet:
- Das Wasser muss einmal richtig aufkochen
- Die Temperatur liegt bei 100 °C
- Erst danach wird der Tee aufgegossen
Nur bei dieser Temperatur können mögliche Keime sicher abgetötet werden. Heißes Wasser unterhalb des Siedepunkts reicht dafür nicht aus.
Besonders bei empfindlichen Personengruppen wie Babys, Kleinkindern, älteren Menschen oder Kranken kann eine falsche Zubereitung ein unnötiges Gesundheitsrisiko darstellen.
Warum Kräutertee mindestens fünf Minuten ziehen sollte
Neben der Wassertemperatur spielt auch die Ziehzeit eine entscheidende Rolle. Kräuter- und Früchtetees sollten mindestens fünf Minuten ziehen.
Diese Zeit ist notwendig, damit:
- Keime zuverlässig abgetötet werden
- sich die Inhaltsstoffe gleichmäßig lösen
- der Tee sein volles Aroma entfaltet
Die Ziehzeit ist keine unverbindliche Empfehlung, sondern basiert auf lebensmittelrechtlichen Vorgaben und wird von den Herstellern bewusst so angegeben. Kürzere Ziehzeiten können dazu führen, dass der Tee hygienisch nicht unbedenklich ist.
Warum gilt das nicht für Grüntee oder Schwarztee?
Oft entsteht Verwirrung, weil bei Grüntee oder Schwarztee niedrigere Temperaturen empfohlen werden. Der Unterschied liegt in der Verarbeitung.
Klassische Tees aus der Teepflanze Camellia sinensis werden:
- fermentiert oder oxidiert
- gedämpft oder erhitzt
- deutlich stärker verarbeitet
Durch diese Schritte werden Keime bereits während der Herstellung reduziert. Kräuter- und Früchtetees hingegen bleiben weitgehend naturbelassen und benötigen deshalb die hygienische Absicherung bei der Zubereitung.
Auch aus geschmacklicher Sicht empfehlen viele Teeanbieter bei Kräuter- und Früchtetees länger zu ziehen als bei klassischem Schwarz- oder Grüntee. Während schwarzer oder grüner Tee oft 3–5 Minuten zieht, bleiben Kräuter- und Früchtetees häufig 5–10 Minuten im Aufguss, um alle Aromen gleichmäßig zu entfalten.
Kräutertee nicht stundenlang stehen lassen
Auch wenn kochendes Wasser Keime zuverlässig abtötet, solltest du Kräutertee nicht über viele Stunden warm stehen lassen.
Der Grund:
- Hitzebeständige Sporen können überleben
- Im lauwarmen Tee können sie wieder auskeimen
- Besonders problematisch bei Raumtemperatur
Am besten genießt du Kräutertee frisch zubereitet. Wenn du ihn aufbewahren möchtest, solltest du ihn rasch abkühlen lassen und im Kühlschrank lagern – idealerweise in einem Glasgefäß.
Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sollten Kräuter- und Früchtetees immer mit sprudelnd kochendem Wasser aufgegossen und mindestens fünf Minuten ziehen, damit mögliche Keime zuverlässig abgetötet werden
Bio-Tee und Qualität – eine wichtige Einordnung
Hochwertige Kräuter- und Früchtetees werden von seriösen Herstellern regelmäßig auf:
- Pestizide
- Rückstände
- mikrobiologische Belastungen
kontrolliert. Auch Teehändler – egal ob Online-Shop oder Fachgeschäft – unterliegen den strengen Vorgaben der Lebensmittelkontrolle.
Dennoch ersetzen diese Kontrollen nicht die richtige Zubereitung. Selbst beste Qualität entbindet nicht davon, Kräutertee mit kochendem Wasser aufzugießen.
Häufige Fragen zur Zubereitung von Kräutertee
Reichen 80 oder 90 °C aus?
Nein. Für Kräuter- und Früchtetees ist sprudelnd kochendes Wasser erforderlich.
Gilt das auch für Teebeutel?
Ja. Unabhängig davon, ob loser Tee oder Beuteltee verwendet wird.
Kann man Kräutertee kalt aufgießen?
Für den Alltag und besonders für empfindliche Personen wird davon abgeraten, da Keime nicht zuverlässig abgetötet werden.
Wird Kräutertee bitter, wenn er lange zieht?
In der Regel nicht. Die meisten Kräuter- und Früchtetees werden durch längere Ziehzeit nicht unangenehm bitter.
Fazit:
Kräutertee sollte immer mit sprudelnd kochendem Wasser aufgegossen und mindestens fünf Minuten ziehen gelassen werden. Nur so ist sichergestellt, dass mögliche Keime zuverlässig abgetötet werden und der Tee hygienisch unbedenklich ist.
Die richtige Zubereitung schützt nicht nur deine Gesundheit, sondern sorgt auch für ein rundes Aroma und einen sicheren Genuss – Tasse für Tasse.
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