Novel Food Verordnung

Novel Food Verordnung – Information zu neuartigen Lebensmitteln

Die Novel Food Verordnung regelt in der EU, welche neuartigen Lebensmittel verkauft werden dürfen. Produkte, die vor 1997 nicht üblich waren, benötigen eine behördliche Zulassung. Ziel ist es, die Sicherheit für Verbraucher zu gewährleisten.


Die Novel Food Verordnung ist ein zentrales Regelwerk der Europäischen Union für neuartige Lebensmittel. Sie legt fest, welche pflanzlichen oder neu entwickelten Produkte als Lebensmittel verkauft werden dürfen und welche nicht. Damit beeinflusst sie direkt, was Verbraucher offiziell essen und trinken können.

Was bedeutet „Novel Food“?


Als Novel Food gelten Lebensmittel, die vor dem Jahr 1997 in der EU nicht in nennenswertem Umfang verzehrt wurden. Dazu zählen unter anderem neue Pflanzenarten, exotische Früchte oder neu gewonnene Extrakte.
Bevor solche Produkte verkauft werden dürfen, müssen sie ein Zulassungsverfahren durchlaufen.

Warum gibt es diese Verordnung?


Ziel der Novel Food Verordnung ist es, die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten. Hersteller müssen nachweisen, dass ein neuartiges Lebensmittel gesundheitlich unbedenklich ist.
Dieses Verfahren kann mehrere Jahre dauern und ist mit hohen Kosten verbunden, weshalb es meist nur für große Unternehmen wirtschaftlich umsetzbar ist.

Beispiel aus der Praxis:


Heute alltägliche Lebensmittel wie die Kiwi wären nach heutigen Maßstäben früher zulassungspflichtig gewesen. Sie war vor ihrer Einführung in Europa unbekannt und hätte nach aktueller Rechtslage als neuartiges Lebensmittel gegolten.
Erst nach wissenschaftlichem Sicherheitsnachweis dürfte sie heute offiziell vermarktet werden.

Welche Produkte sind betroffen?


Auf der Novel-Food-Liste stehen unter anderem bestimmte Früchte tropischer Pflanzen. Häufig sind jedoch nur einzelne Pflanzenteile zugelassen, während andere – etwa Blätter oder Rinden – nicht als Lebensmittel gelten.
Das führt dazu, dass manche Produkte rechtlich nicht als Tee oder Nahrungsergänzung verkauft werden dürfen, obwohl sie in anderen Teilen der Welt traditionell genutzt werden.

Lebensmittel und Sicherheit – ein Spannungsfeld


Lebensmittel sind komplexe Naturprodukte. Ihre Zusammensetzung schwankt je nach Anbau, Erntezeit und Verarbeitung.
Im Gegensatz dazu lassen sich Zusatzstoffe als einzelne chemische Substanzen leichter prüfen. Für komplexe Pflanzenprodukte existiert jedoch kein einfaches Prüfverfahren, weshalb der Gesetzgeber auf das Kriterium der „historischen Verwendung“ setzt.

Folgen für Hersteller und Verbraucher


Produkte ohne Zulassung dürfen nicht als Lebensmittel angeboten werden. Sie werden häufig als Dekoartikel, Duftprodukte oder Badezusatz deklariert.
Verbraucher entscheiden dann selbst, wie sie diese Produkte privat verwenden.

Typische Denkfehler:

  • ❌ „Was natürlich ist, ist automatisch zugelassen“
  • Nicht jede Pflanze ist rechtlich als Lebensmittel anerkannt.
  • ❌ „Die Verordnung verbietet neue Lebensmittel komplett“
  • Sie erlaubt sie, aber nur nach Sicherheitsprüfung.
  • ❌ „Traditionelle Nutzung reicht als Beweis“
  • Historische Nutzung außerhalb der EU ersetzt keine Zulassung.

Fazit


Die Novel Food Verordnung soll Verbraucher vor unbekannten Risiken schützen, indem sie neue Lebensmittel vor der Vermarktung prüfen lässt. Gleichzeitig erschwert sie kleinen Anbietern den Marktzugang, da Zulassungsverfahren teuer und langwierig sind. Für Konsumenten bedeutet das: Nicht alles, was weltweit gegessen wird, darf in der EU offiziell als Lebensmittel verkauft werden.

👉 Wer Produkte außerhalb der Novel-Food-Zulassung nutzt, sollte sich über Herkunft, Verarbeitung und rechtliche Einordnung informieren.

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2 Kommentare

  1. Hallo,
    Ich wollte auch paar „neuartige“ Teesorten aus Russland einführen und vermarkten.
    Funktioniert das wirklich, wenn man nur „Kein Lebensmittel – nicht für den Verzehr!“ in die Beschreibung schreibt und dann, den nachfolgenden Satz wie hier in ähnlicher Form?

    1. Hallo Herr Suchowoi,
      das ist vom Zoll abhängig und somit vom entsprechenden Zollbeamten. Wir haben auch schon Tees zurück bekommen, weil sie angeblich auf den Index standen, was aber nicht den Tatsachen entspricht.
      Ich hatte sogar mal die Aussage von einem Lebensmittelkontrolleur: ICH finde das ist kein Genusstee, den der schmeckt nicht, also ist es etwas medizinisches… Noch Fragem 😉
      Viel Erfolg und herzliche Grüße

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