Oolong Shui Hong – blumiger Oolongtee aus Taiwan

Oolong Shui Hong ist eine besondere Spezialität aus Taiwans Dong-Ding-Gebirge. Sein außergewöhnlich blumiges Aroma entsteht allein durch die traditionelle Verarbeitung und verbindet sich mit Honig- und feinen Karamellnoten.
Oolong Shui Hong – ein Duft wie ein blühender Berg
Es gibt Tees, bei denen man beim ersten Schluck kurz innehält, weil der Geschmack so unerwartet intensiv ist. Oolong Shui Hong gehört zu diesen besonderen Entdeckungen.
Seine Heimat liegt in Taiwan, genauer gesagt im Dong-Ding-Gebirge im Bezirk Nantou. In der Umgebung von Lu Ku Town wachsen die Teepflanzen auf Höhen zwischen etwa 1.200 und 1.400 Metern. Dort, wo die Berge ihre ganz eigene Ruhe ausstrahlen, entsteht ein Oolong mit außergewöhnlicher Tiefe.
Und dann ist da dieses Aroma.
So blumig, dass man beinahe vermuten könnte, jemand hätte Blüten in die Teemischung gegeben.
Doch genau das ist das Faszinierende: Es wurden keine Blumen zugesetzt.
Die intensive florale Note entsteht durch die besondere Verarbeitung des Teeblatts. Nach traditioneller Art wird der Shui Hong sehr stark oxidiert – mit etwa 95 Prozent liegt er damit ungewöhnlich nahe am Charakter eines Schwarztees.
Trotzdem bleibt er ein Oolong.
Diese außergewöhnliche Verarbeitung verleiht ihm seine ganz eigene Persönlichkeit. Wo andere Oolongs vielleicht einen kleinen floralen Akzent setzen, öffnet Shui Hong gleich ein ganzes Bouquet.
Beim Aufgießen steigt ein lieblicher Duft aus der Tasse auf. Honig liegt in der Luft, dazu kommt eine feine karamellige Wärme.
Der erste Schluck ist weich und nektarsüß.
Danach zeigt sich die ganze Fülle dieses Tees. Die florale Seite bleibt präsent, bekommt aber zunehmend Gesellschaft von dezent fruchtigen Nuancen. Im Abgang wird der Tee wieder etwas leichter und hinterlässt einen angenehm süßen Eindruck.
Es ist ein blauer Tee, der sich nicht mit einem schnellen Schluck erledigt hat.
Im Gegenteil: Bei mehreren Aufgüssen kannst du beobachten, wie sich sein Charakter verändert. Der erste Aufguss darf dabei ruhig kurz gehalten werden, denn gerade dann kommt seine nektarsüße, florale Seite besonders schön zur Geltung.
Auch die Blätter selbst erzählen etwas über den Tee. Mit jedem Aufguss öffnen sie sich weiter und geben nach und nach neue Facetten frei.
Vielleicht ist genau das die große Stärke des Shui Hong: Er ist ausgesprochen aromatisch, ohne künstlich zu wirken.
Keine zugesetzten Blüten. Kein überladener Geschmack.
Nur Teeblätter, eine traditionelle Verarbeitung und eine erstaunliche aromatische Entwicklung.
Wenn du besondere Oolongs liebst, ist Shui Hong deshalb ein Tee, bei dem sich das Entdecken lohnt. Er ist ungewöhnlich, voller Charakter und bleibt gerade wegen seiner außergewöhnlichen Blumigkeit lange im Gedächtnis.
Ein kleiner Schatz aus den Bergen Taiwans – und einer dieser Tees, bei denen man nach dem letzten Schluck schon an den nächsten Aufguss denkt.
Zubereitung des Tees
- Shui Hong lässt sich besonders schön im Gaiwan zubereiten. Gib etwa 4–5 g Teeblätter in den Gaiwan und übergieße sie mit etwa 85–90 °C heißem Wasser.
- Für den ersten Aufguss reichen bereits 1–2 Minuten. So kommt die nektarsüße, florale Seite besonders schön zur Geltung.
- Danach kannst du die Ziehzeit bei jedem weiteren Aufguss langsam verlängern. Die geöffneten Blätter geben dabei immer wieder neue Nuancen frei.
Natürlich kannst du den Tee auch in einer Kanne zubereiten. Für einen Liter Wasser reichen etwa 3–4 Teelöffel. Auch hier gilt: lieber zunächst etwas kürzer ziehen lassen und den Tee nach deinem Geschmack weiterentwickeln.
Mehr über die richtige Zubereitung erfährst du im Artikel 👉Teezubereitung Oolong Tee – so gelingt dir der perfekte Aufguss
Infobox
- Herkunft: Dong-Ding-Gebirge, Nantou, Taiwan
- Anbauhöhe: etwa 1.200–1.400 Meter
- Verarbeitung: traditionell und sehr stark oxidiert
- Oxidationsgrad: etwa 95 % 👉Oxidation beim Teeblatt
- Aromatik: außergewöhnlich blumig
- Geschmack: nektarsüß, voll und weich
- Begleitnoten: Honig und feines Karamell
- Abgang: dezent fruchtig und lang anhaltend
- Besonderheit: intensive Blumigkeit ganz ohne zugesetzte Blüten
- Zubereitung: besonders schön im Gaiwan
- Aufgüsse: mehrfach möglich
Manche Tees duften nach Blumen. Dieser hier erinnert daran, dass auch ein Teeblatt selbst ein ganzes Bouquet hervorbringen kann.
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