Oolong Gao Shan Wu Long – die sanfte Seite der Hochlandtees

Oolong Gao Shan Wu Long verbindet einen aromatischen taiwanischen Hochland-Oolong mit der zarten Osmanthusblüte. Sahnig, weich und überraschend fruchtig.
Oolong Gao Shan Wu Long – hoch hinaus für besonderen Teegenuss
Hochlandtees haben ihren ganz eigenen Charakter. Vielleicht liegt es an den kühleren Temperaturen, vielleicht an den langsamer wachsenden Teepflanzen oder einfach an der besonderen Atmosphäre der taiwanischen Berge.
Der Oolong Gao Shan Wu Long gehört zu diesen besonderen Tees.
Er ist ein fein verarbeiteter, halbfermentierter Oolong mit einem erstaunlich weichen und beinahe sahnigen Geschmack. Doch damit nicht genug: Für diese besondere Kreation wird der Tee zusammen mit Osmanthusblüten gelagert.
Und genau diese Blüten geben ihm seine außergewöhnliche Note.
Ein Hauch von Osmanthus
Osmanthus ist in der asiatischen Teekultur für seinen intensiven, süßlich-blumigen Duft bekannt. Die kleinen Blüten wirken auf den ersten Blick beinahe unscheinbar – ihr Aroma ist dagegen alles andere als zurückhaltend.
Beim Gao Shan Wu Long verbindet sich dieser Duft mit dem weichen Charakter des Oolongtees.
Das Ergebnis ist überraschend rund. Die Tasse wirkt zunächst sanft und sahnig, bevor sich nach und nach feinere florale und fruchtige Nuancen zeigen.
Es ist kein Tee, der mit einer einzigen kräftigen Geschmacksnote auftritt.
Vielmehr entwickelt er sich langsam.
Erst die weiche Teebasis, dann die zarte Blüte und schließlich diese feine Fruchtigkeit, die dem Aufguss eine angenehme Lebendigkeit gibt.
Oolong aus höheren Lagen
Der Begriff Gao Shan steht im Zusammenhang mit taiwanischen Hochland-Oolongs. Dort wachsen Teepflanzen in höheren Bergregionen, wo die klimatischen Bedingungen sich deutlich von denen tiefer gelegener Anbaugebiete unterscheiden.
Gerade diese Hochland-Oolongs werden wegen ihrer häufig besonders aromatischen und eleganten Tassencharaktere geschätzt.
Der Gao Shan Wu Long zeigt dabei eine angenehm milde Seite. Trotz seines aromatischen Körpers wirkt er nicht schwer. Seine halbfermentierte Verarbeitung bringt ihn geschmacklich in den Bereich zwischen Grüntee und stärker oxidierten Oolongtees.
Mehr über die besondere Verarbeitung von Oolongtee erfahren Sie im Glossary unter halbfermentiert.
Ein Tee zum langsamen Entdecken
Dieser Oolong ist wunderbar für Momente geeignet, in denen man nicht einfach nur schnell eine Tasse Tee trinken möchte.
Lässt man sich etwas Zeit, können immer wieder neue Nuancen auffallen.
Die sahnige Fülle bildet den Anfang. Danach kommt die feine Blütennote des Osmanthus hinzu. Im Nachklang bleibt eine dezente Fruchtigkeit zurück, die den Tee angenehm lange begleitet.
Auch die Teeblätter selbst verdienen Aufmerksamkeit. Wie bei vielen gerollten Oolongs entfalten sie sich erst im heißen Wasser und geben dabei nach und nach ihr gesamtes Volumen frei.
Und weil ein guter Oolong nicht nach einer Tasse aufhören muss, eignet sich auch der Gao Shan Wu Long hervorragend für mehrere Aufgüsse.
Zutaten
- Oolong – halbfermentierte Teebasis mit weichem, aromatischem Charakter
- Osmanthusblüten – verleihen dem Tee eine zarte, süßlich-blumige Duftnote
Zu den natürlichen Inhaltsstoffen von Tee gehören unter anderem Catechine, Flavonoide und Gerbstoffe. Auch Aminosäuren sind Bestandteil des Teeblatts und tragen zum komplexen Zusammenspiel der verschiedenen Geschmacksnuancen bei.
Zubereitung des Oolong Gao Shan Wu Long
Für diesen aromatischen Oolong empfiehlt sich eine Wassertemperatur von etwa 85–90 °C.
Verwenden Sie ungefähr 2–3 Teelöffel auf einen Liter Wasser. Für den ersten Aufguss sind etwa 2–3 Minuten eine gute Ausgangsbasis.
Wer den Tee kräftiger mag, kann die Ziehzeit vorsichtig verlängern. Bei einem besonders feinen Aufguss darf sie dagegen etwas kürzer ausfallen.
Mehrere Aufgüsse – unbedingt ausprobieren
Gerade bei einem hochwertigen Oolong lohnt es sich, die Blätter nicht nach dem ersten Aufguss wegzuwerfen.
Für den zweiten Aufguss können Sie die Ziehzeit zunächst etwas verkürzen. Anschließend lässt sich die Zeit von Aufguss zu Aufguss wieder leicht steigern.
Spannend ist dabei vor allem die Veränderung des Aromas: Die erste Tasse kann stärker von der weichen, sahnigen Seite geprägt sein, während spätere Aufgüsse die floralen und fruchtigen Nuancen deutlicher zeigen können.
So wird aus einer Portion Tee gleich eine kleine Verkostung.
Die schönsten Tees sind manchmal jene, die sich erst nach dem ersten Schluck zu erkennen geben.
Weiterführende Artikel im Teelexikon über Oolong:
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